Woran lassen sich Hauptmerkmale des schlechten Designs erkennen?


Top-Sünden eines Webdesigners sind derzeit in aller Munde. Haben die meisten Experten wohl kein Problem damit, fremde Fehler zu ermitteln und sie bis ins Detail zu präparieren, ist es aus Laiensicht immer noch schwierig, das schlechte Design zu erkennen. Deshalb wissen sich Nicht-Designer, die ein eigenes Online-Projekt starten wollen, bei der Auswahl eines Sachkundigen oft nicht mehr zu helfen.

Wenn Du keine Erfahrungen mit dem Webdesign oder CMS hast, wäre es die einzige richtige Lösung mit der Erstellung Deiner zukünftigen Webseite Profis zu beauftragen. Dafür lassen sich gewöhnlich ein Webdesigner bzw. eine Agentur engagieren, die Dich beim Web-Einstieg unterstützen sollen. Und da wirst Du wie jeder angehende Websitebetreiber vor einer nicht einfachen Frage stehen: Wie finde ich einen Fachmann, der seine Arbeit professionell erledigen wird? Derzeit gibt es recht viele Webgestalter absolut in allen Preissegmenten, deren Portfolios faszinieren und auf den ersten Blick recht gut zu sein scheinen…

Bekanntlich kann man etwas mehr oder weniger objektiv nur dann einzuschätzen, wenn man sich gut darin auskennen würde. Höchstwahrscheinlich wirst Du als jemand, für den Komposition, Farbtheorie, Typographie, Webstandards u.ä. ein völliges Neuland sind, von unzähligen Musterprojekten total verwirrt sein. Wie triffst Du in so einer Situation die richtige Wahl?

Fürs Erste sollst Du dich von Fotos mit attraktiven Sujets nicht bezaubern und von ersten Eindrücken nicht leiten lassen. Im Unterschied zur Kunst, wo man sich auf subjektives „gefällt“ oder „nicht gefällt“ verlassen kann, hat die Qualität einer Website mit der Schönheit  wenig zu tun. Da treten eher die Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit in den Vordergrund. Weiter Aspekte sind aber nicht minder wichtig. Darum soll eine Website in der Regel auf mehreren Ebenen komplex beurteilt werden:

  1. Aussehen
  2. Navigation
  3. Technische Anforderungen
  4. Effizienz

Die Effizienz gilt als das wichtigste Kriterium für den Erfolg einer Website, das zum Teil vom durchdachten Design abhängt, und eindeutig erst nach bestimmter Zeit analysiert werden kann. Ob technische Anforderungen im vollen Maße erfüllt sind, wärst Du als Nicht-Designer in der Lage, ohne Verständnis und Fachkenntnisse nur mit Vorbehalt zu überprüfen. Etwas einfacher steht es mit der Gestaltung und Navigation.

Damit sich Deine Chancen erhöhen einen Experten zu beauftragen, solltest Du dich davon überzeugen, dass sich die unten aufgezählten Fehler im Portfolio oder auf einer Homepage eines Webdesigners nicht vorkommen.

1.Ein falsches Farbschema wird Deinem Auge sicher nicht entgehen. Jeder Mensch ist dazu fähig, nicht zusammenpassende Farben oder unausgewogene Farbkontraste intuitiv wahrzunehmen. Knallige Farbtöne, mehr als 5 Farben auf der Webseite können optisch reizen, psychologischen Diskomfort erzeugen oder die Aufmerksamkeit zerstreuen. Ruft die Webseite bei Dir ähnliche Gefühle hervor, deutet dies auf ein Problem mit der Farbauswahl hin. Überlege Dir, ob das Farbschema der Thematik dieser Webseite entspricht.

2.Unleserliche Schriftarten.

Zum Hauptsignal für diesen Fehler sollen Textinhalte dienen, die für Augen anstrengend sind. Wenn falsche Schriftfarben oder -Größen eingesetzt werden, liest man die gewünschte Information mit Mühe  durch. Denselben negativen Effekt können unpassende oder miteinander schlecht harmonierende Schriftarten hervorrufen.

Schlechtes Online Design

Schlechtes Online Design

(Screenshot: freizeitparkherne.de)

3.Graphischer Content schlechter Qualität. Abbildungen sehen entweder verschwommen (evtl. falsche Größe und Auflösung) aus oder Fotos weisen Rauschen auf. Es kann auch um unsauber isolierte Objekte gehen.

4.Die Webseite ist nicht benutzerfreundlich. Wie viel Zeit nimmt Dir in Anspruch, das Logo, Menü, Kontakte oder Warenkatalog auf der Website zu finden? Sind diese Elemente nicht auf richtigen bzw. gewöhnlichen Stellen platziert und die Struktur schwer übersichtlich ist, so findest Du dich schnell nicht zurecht. Zudem können überschüssige, nutzlose oder im verschiedenen Stil gestaltete Elemente die Webseite überladen, chaotisch wirken und als Folge geraten relevante Inhalte nicht in den Fokus. Die Benutzerfreundlichkeit ist direkt auf das visuelle Design zurückzuführen. Die funktionsgerechte Gestaltung wird heute als vorrangige Anforderung an eine Website angesehen, deshalb muss sie über eine möglichst klare Struktur und einfache Navigation verfügen. 

hlSchlechte Benutzerfreudlichkeit

Schlechte Benutzerfreudlichkeit

(Screenshot: arngren.net) 

5.Kein einzigartiges Design. Hast Du plötzlich bemerkt, dass die Gestaltung einer all bekannten Idee nachahmt oder von einer fremden Webseite völlig kopiert ist, lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob dieser Designer auf Deine „Kandidatenliste“ kommen soll.

 Anhand dieser Checkliste sollst du einige technische Momente überprüfen:

1.Responsive Design

Nicht Mobilfunkfreundlich

Nicht Mobilfunkfreundlich

Für jede moderne Webseite ist heute das responsive Design ein Muss. Das heißt, dass Inhalte nicht nur an die Bildschirmgrösse der Desktop-Computer sondern auch an die der mobilen Endgeräte angepasst sein müssen. Googles Test gibt Dir Aufschluss darüber, ob jeweilige Website für Mobilgeräte optimiert ist. Nachdem Du die URL eingegeben hast, weißt Du in Kürze darüber Bescheid.

Mobilfunktaugliche Website

Mobilfunktaugliche Website

 

 

 

 

2.Cross-Browser-Kompatibilität wird für eine der Herausforderungen in der Webentwicklung gehalten. Möchtest Du erfahren, ob es einem Designer gelang, dieses Problem zu meistern?

Mit kostenlosem Tool Browsershots lässt sich bestimmen, wie die Website in verbreiteten Browsern aussieht.

Browsershots.org

Browsershots.org

Nach dem Eintippen einer URL bekommst Du binnen einiger Minuten einen Screenshot für jeden Webbrowser. Auf dem Bild ist ein Fragment der Screenshots zu sehen.

Browserdarstellung

Browserdarstellung

  1. Ladezeit

Die Geschwindigkeit einer Website ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Bedienbarkeit und die Conversion geht. Langsame Seiten gelten als nicht benutzerfreundlich und werden von Besuchern häufig vorzeitig verlassen. PageSpeed Insights von Google hilft Dir dabei, die Ladezeit der gewünschten Website zu checken. Bei allzu langen Ladezeiten siehst Du entsprechenden Bericht.

Page Speed Insight

Page Speed Insight

Fehlen diese Probleme auf Musterwebsites, dann kannst Du die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Designer persönlich besprechen. Zu guter Letzt sei gesagt, es lohnt sich auch darauf zu achten, ob der Designer bei Verhandlungen richtige Akzente setzt. Eine Website – anhängig von ihrem Typ – muss in erster Linie bestimmte Aufgaben lösen – informieren, präsentieren, verkaufen oder Daten sammeln. Werden nur Lieblingsfarben und CMS besprochen, bedeutet das, dass ein Webstudio Dich mit visueller Gestaltung zufriedenstellen möchte. Wenn man das Design an Wünsche eines Kunden anpassen will, steht auf dem Plan eventuell nicht, auf Deine geschäftlichen Ziele hinzuarbeiten.

Fazit

Es ist eine bekannte Tatsache, dass sich das mangelhafte Design auf die Besucheraktivität, SEO, Marketingmaßnahmen, die Conversion negativ auswirkt und zusätzliche Kosten für die Optimierung einer Website definitiv veranlassen wird.

Willst Du dich Deinem geschäftlichen Ziel ein großes Stück nähern, solltest Du daran denken, dich besser an einen erfahrenen Webdesigner zu wenden.

Gastartikel von templatemonster.de

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3 thoughts on “Woran lassen sich Hauptmerkmale des schlechten Designs erkennen?”

  1. Generell ist Google PageSpeed Inside eine gute Orientierung und man ist dort mit 80-90 Punkten gut aufgestellt, aber die 100 Punkte dort finde ich irreführend.
    Ich nutze für Unseren Blog lieber Piungdom.com von der Stockholm, Sweden Lokation aus, hier gibt es viel mehr Details und man sieht wirklich woran es hapert.

  2. Google Page-Speed ist auch deswegen irreführend, weil es aufwändige “Optimierungen” ausgibt, die ganze 92kb einsparen… Es prüft halt nur, ob bestimmte Maßnahmen durchgeführt wurden, nicht ob diese sinnvoll sind. Und solche Artikel sind irreführend, weil sie den Inhabern von kleinen html-Seiten oder ähnlichem einreden, sie müssten Speed-Optimierung testen für Seiten, die Ladezeiten von unter 0,2ms haben.

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